Jugend forscht 2019

Wie es mittlerweile am KvC gute Tradition ist, hat sich auch in diesem Schuljahr wieder eine fleißige Schülergruppe für den Wahlunterricht Jugend forscht bei Frau Renner eingefunden. Unterstützt wurde die Gruppe zudem von Frau Danner, die sich insbesondere der Themen aus der Chemie annahm. Nachdem einige der Schüler schon Wiederholungstäter in Sachen Jugend forscht waren, konnten diese den Neulingen den Ablauf des Jugend-forscht-Wettbewerbs erklären: Man überlegt sich bis Oktober ein Forschungsprojekt aus dem naturwissenschaftlichen Bereich, formuliert bis November seine Idee in einer Kurzfassung und meldet sich damit zum Wettbewerb an. Spätestens dann muss man natürlich fleißig forschen und sein Projekt verwirklichen. Ende Januar reicht man eine schriftliche Arbeit mit mehreren Seiten Umfang ein, und dann folgt der Forschungs-Endspurt bis Anfang März. Den Höhepunkt bildet der Regionalwettbewerb in Passau, wofür man an zwei schulfreien Tagen sein Projekt einer Fachjury und der Öffentlichkeit vorstellt und natürlich auch interessante Projekte von anderen Schülern begutachtet.

Die Themen der Schüler waren wieder allesamt selbst gewählt und zeugen von einem breiten Interessenspektrum und großer Kreativität.

 

Josef Baumgartner: Der Turm von Hanoi- eine Knobelei mit vielen möglichen Varianten

Der Turm von Hanoi ist ein altes Spiel, bei dem Holzscheiben nach vorgegebenen Regeln auf Stäben umsortiert werden müssen. Josef hat interessante Zusammenhänge zwischen der Zahl der Scheiben und der Mindestzahl der nötigen Spielzüge herausgefunden und seine Formeln begründet. Außerdem war ihm der übliche Turm mit drei Stäben zu langweilig, also überlegte er sich die entsprechenden Zusammenhänge auch für Spiele mit vier, fünf und sechs Stäben.

 

Felix Böhme: Bio statt Plastik

Felix stellte selbst aus Molke, Stärke und Glycerin Kunststofffolien her, die anstelle klassischer Plastikfolien beim Verpacken von Lebensmitteln Verwendung finden könnten. Er testete die Folien auf Reißfestigkeit, Wasserdurchlässigkeit, Geruch und Handhabung. Fazit: Wenn man die Folien genügend dünn auswalzen könnte, wären sie ein guter Ersatz für handelsübliche Frischhaltefolien.

 

Sabine Ispas-Ungermann: Vom Altpapier zum umweltfreundlichen Kraftstoff

Sabine stellte aus den Unmengen Altpapier, die am Schuljahresende so anfallen, Ethanol her. Dazu extrahierte sie die Zellulose aus dem Papier, vergor sie mit Hefe und destillierte daraus Alkohol ab, der als Kraftstoffzusatz anstelle des üblichen Ethanols verwendet werden kann. Systmatisch untersuchte sie verschiedene Papiersorten und Verfahren auf deren Ertrag und ermittelte das ideale Kosten-Nutzen-Verhältnis.

 

Phillip Kiermeier: Mini-Magnetbahn- so funktioniert´s

Phillip war fasziniert von der Funktionsweise von Elektromotoren und hat einen besonders raffinierten wie simplen Motor gebaut. Er besteht aus einer Batterie mit Supermagneten an beiden Enden, die sich wie von Geisterhand durch eine Metallspule bewegt. Phillip untersuchte systematisch, wie die Wahl des Spulenmaterials, des Durchmessers und der Windungsdichte die Geschwindigkeit des Batterie-Fahrzeugs beeinflussen.

 

Max Kökerbauer: Nie wieder Medikamentenvergiftung!

Max baute einen Medikamentenschrank mit 21 Ausgabefächern für die einzelnen Wochentage und Einnahmezeitpunkte. Eine Zeitsteuerung über einen Raspberry Pi steuert Schrittmotoren, die über einen raffinierten Mechanismus die Fächer genau zum richtigen Zeitpunkt öffnen. Einmal vom Fachpersonal befüllt, können gerade ältere Patienten so nur zum richtigen Zeitpunkt die vorgesehenen Medikamente entnehmen.

 

Nico Koglin: Coffee to go and eat

Die gerade in Städten allgegenwärtige Flut an Coffee to go-Bechern störte Nico so sehr, dass er sich eine wohlschmeckende Alternative dazu einfallen ließ: Aus Keksteig stellte er selbst Kaffeebecher her, die man nach dem Gebrauch mit Genuss verzehren kann! Er testete unterschiedliche Rezepte, um die ideale Kombination für den Becher zu finden, der mindestens 30 Minuten lang dem heißen Getränk standhalten muss – bevor er dann ganz ohne weitere Müllprobleme aufgegessen wird.

 

Jonas Schaffelhuber: Jeder Schritt zählt

Jonas hatte es sich zur Aufgabe gemacht, dem allgegenwärtigen Datenklau bei der Nutzung von Fitness-Apps wie Schrittzählern ein Ende zu machen. Er kombinierte einen Piezo-Erschütterungssensor mit einem ArduinoNano samt Wifi-Modul, um die vom Mini-Computer gezählten Schritte über ein selbst erzeugtes Wlan auf seinem Handy abzurufen. Leider erwies sich die Kombination der verschiedenen Elemente als äußerst schwierig, so dass bis zum Schluss trotz intensiver Forscherarbeit kein funktionierender Schrittzähler zur Verfügung stand – auch Rückschläge (und danach trotzdem weitermachen) gehören zum Forscherleben!

 

Kathrin Schöley: Empirische Untersuchung verschiedener Gedächtnistechniken

Kathrin ließ eine Reihe von Probanden unterschiedlichen Alters nach verschiedenen Gedächtnistrainingsmethoden Daten lernen und prüfte, mit welcher Methode die Versuchspersonen am meisten Fakten im Gedächtnis behielten. Sehr strukturiert baute sie ihre Versuchsreihen auf, achtete exakt auf die Vergleichbarkeit der Testbedingungen und fand heraus, dass die meisten Personen am besten mit der Technik der „Körperroute“ oder der „Geschichtenmethode“ lernten.

 

Beim Regionalwettbewerb in Passau Anfang März durften sich die Forscher ihren verdienten Lohn abholen. Neben viel Erfahrung und Freude am Forschen gewannen

 

Sabine Ispas-Ungermann: 1. Platz Chemie (Jugend forscht), Sonderpreis der Stadtwerke Passau

Josef Baumgartner: 1. Platz Mathematik (Schüler experimentieren)

Phillip Kiermeier: 3. Platz Physik (Schüler experimentieren)

Max Kökerbauer: Sonderpreis der PNP Passau

Kathrin Schöley: Sonderpreis

 

Aufgrund der zahlreichen Platzierungen und Preise bekam das KvC auch in diesem Jahr wieder einen Schulpreis und wurde sogar als Forscherschule des Jahres nominiert – eine großartige Anerkennung für die von den Schülern und Betreuungslehrkräften geleistete Arbeit!

 

Andrea Renner

 

Veröffentlicht in MINT