Jugend Forscht

Neues Schuljahr – neues Team bei Jugend forscht

Vier Nachwuchsforscher wagten sich im Schuljahr 2017/18 erstmals in den Wahlkurs „Jugend forscht“ bei Betreuungslehrerin Fr. Renner. Die Sechstklässler hatten alle das selbe Ziel wie die beiden „alten Hasen“ Kathrin Schöley und Sabine Ispas-Ungermann: Am Wettbewerb Jugend forscht im März 2018 teilnehmen.

Unter Einsatz aller verfügbaren eigenen Kräfte und auch der in Familie und näherer Umgebung samt Haustieren schafften es schließlich alle 6 Schüler, ein Jugend-forscht-Projekt auf die Füße zu stellen.

Nico Koglin und Raphael Zollner (6. Jahrgangsstufe) hatten sich überlegt, dass es ziemlich viel Platz im Badezimmer und auch auf Reisen kostet, wenn jedes Familienmitglied zu seiner eigenen Zahnbürste noch eine eigene Zahnpasta hat. Daher kombinierten sie beide Elemente zu einer „Zahnpastabürste“, bei der auf Druck über einen Mechanismus wie beim Seifenspender Zahnpasta direkt auf den angesetzten Bürstenkopf der Zahnpasta aufgebracht wird. Dadurch hat jedes Familienmitglied dann nur noch ein Teil im Bad herumstehen. Mit individualisierbarem Design für die Zahnpastabürste und Marktumfragen perfektionierten sie ihr Projekt.

Felix Böhme (6. Jahrgangsstufe) nahm sich vor, einen auf Bedarf heizbaren Trinkbecher zu konstruieren. „Nie wieder kalter Kaffee“, so der Titel seines Projekts. Felix untersuchte dazu das Potential von drei verschiedenen chemischen Reaktionen, bei denen Wärme freigesetzt wird. Eine Mischung aus Aktivkohle und Eisen erwärmt sich bei der Zugabe von Wasser und Sauerstoff. Der Vorteil dieser Reaktion ist, dass sie gestoppt wird, sobald die Luftzufuhr eingestellt wird – also könnte man den Trinkbecher nach Bedarf in zwei Phasen aufheizen.

Die zweite Variante funktioniert analog zu den bekannten Taschenwärmern durch die Kristallisation von flüssigem Natriumacetat-Trihydrat. Wird die Kristallisation durch einen Stoß angeregt, wird das Material fest und gibt dabei Wärme ab. Leider war die verwendete Flüssigkeit sehr instabil, so dass hier der Transport des Bechers problematisch war. Als letztes experimentierte Felix noch mit Zeolith als Latentwärmespeicher, doch hier konnte er nicht das passende Grundmaterial besorgen, damit der Prozess unter genügend Wärmeentwicklung stattgefunden hätte.

Phillip Kiermeier (6. Klasse) sorgte sich im Winter um das Wohlergehen seiner Katze Sir, so dass er für den Stubentiger eine möglichst kuschelige Unterkunft für draußen konstruieren wollte. Er stellte dazu Boxen mit unterschiedlichen Wärmedämmmaterialien her und teste sie auf ihre Tauglichkeit als „Winterkatzenkiste“. Obwohl sein tierischer Mitarbeiter zu Beginn der Experimente wenig kooperativ war und sich weigerte, die Kisten zu nutzen, ließ er sich im Laufe des voranschreitenden Winters mit entsprechendem Einsatz von Leckerli dazu bewegen, in den einzelnen Kisten Platz zu nehmen. Phillip untersuchte dann, welches Dämmmaterial die Kiste am besten isolierte und somit die Katze am wärmsten hielt. Dabei stellte sich Styropor als idealer Dämmstoff heraus, Holzwolle und Heu konnten die Temperatur nicht so gut aufrechterhalten.

Kathrin Schöley (8. Jahrgangsstufe) konstruierte ein Mini-Gewächshaus, das unabhängiger von den aktuellen Witterungsverhältnissen ist als ein gewöhnliches Gewächshaus. „Das autarke Gewächshaus“ besteht aus einer Kunststoffbox mit Deckel und angeschlossener Solarheizung für das Erdreich in der Box. In einem schwarzen Kanister erwärmt sich bei Sonnenschein Wasser, das Kathrin dann mit der solarbetriebenen Pumpe in Schläuchen durch das Erdreich leitet, um das Gewächshaus zu heizen. Außerdem konnte der Deckel mit Hilfe einer abwechselnd nach innen oder außen gerichteten Rettungsfolie zum Aufheizen bzw. Abhalten der Wärme genutzt werden. Zusätzlich baute Kathrin eine automatische Wasserversorgung für die Pflanzen mit ein. Bereits zum Wettbewerb Anfang März konnte Kathrin so mit Katzengras und Tomatensämlingen schöne Wachstumserfolge erzielen.

Jugend forscht, Landeswettbewerb Bayern, Stand: C06, Chemie, Auch im Winter grün und gesund? Vitamin C Gehalt in konservierter Petersilie, Sabine Ispas-Ungermann

Sabine Ispas-Ungermann (10. Jahrgangsstufe) nahm bereits zum dritten Mal am Jugend forscht-Wettbewerb teil. Nach dem Regionalsieg und dem Landessieg im letzten Jahr waren die Erwartungen auch von Sabine selbst hoch gesteckt. Mit ihrem Projekt „Grün und gut auch im Winter – Vitamin C- Gehalt in konservierter Petersilie“ konnte sie nicht nur einen familieninternen Diskurs wissenschaftlich lösen: Im Garten ihrer Mutter entwickelte sich im letzten Jahr die Petersilie so prächtig, dass sie für den Winter als „Vitaminvorrat“ konserviert werden sollte. Welches die richtige Methode ist, fand Sabine heraus, indem sie die Petersilie auf diverse Arten konservierte (Trocknen, Gefriertrocknen, in Öl aufbewahren, im Ofen trocknen, …) und dann durch Titration den Vitamin C-Gehalt bestimmte. Zahlreiche Messreihen wurden durchgeführt und äußerst sauber dokumentiert, bis das Ergebnis feststand: Langsames Trocknen im Ofen bei 60°C ist wissenschaftlich nachgewiesen die Methode, bei der am wenigsten Vitamin C verlorengeht.

Anfang März durften die sechs Jungforscher dann ihre Arbeiten der Jury beim Regionalwettbewerb in Passau vorstellen und sie mit ihren Ideen und Untersuchungen überzeugen. Alle Teilnehmer gingen am Ende mit einem Preis nach Hause: Felix Böhme und Phillip Kiermeier bekamen jeweils einen Sachpreis, Kathrin Schöley den Sonderpreis der PNP, Nico Koglin und Raphael Zollner errangen im stark besetzten Fachgebiet Arbeitswelt den 3. Platz, und Sabine Ispas-Ungermann konnte erneut den Regionalsieg im Fachgebiet Chemie für sich beanspruchen.

Damit ging es für Sabine dieses Jahr erstmals zum Landeswettbewerb der „Großen“ nach München. Im Verkehrszentrum des Deutschen Museums durfte sie vier spannende Tage verbringen. Außer der mittlerweile schon fast zur Routine für die Schülerin gewordenen Projektpräsentation vor der Jury gab es auch ein ausgiebiges Rahmenprogramm: Vom Kennenlernabend über Kart-Fahren bis hin zu einem Tag bei Wacker Burghausen konnten die Teilnehmer viel erleben. Und auch hier war Sabine wieder äußerst erfolgreich: Sie wurde für ihre Arbeit mit dem Sonderpreis Lebensmittelforschung der Hermann Gutmann-Stiftung und mit einem Forschungspraktikum Chemie/Pharmazie an der LMU München belohnt.

Herzlichen Glückwunsch zu diesen Erfolgen!!

Andrea Renner