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Arthur Millers "Hexenjagd" am KvC

Tanzen im Wald mit tödlichen Folgen

Grundkurs Dramatisches Gestalten am Karl-von-Closen-Gymnasium inszeniert Arthur Millers „Hexenjagd"

Eine Reihe junger Mädchen tanzen zu mystisch anmutender Musik durch die Aula des Karl-von-Closen-Gymnasiums. An den Zuschauerreihen vorbei hüpfen wild lachende und kreischende Jugendliche in überwiegend weißen Gewändern in Richtung Bühne, auf der ein züngelndes Lagerfeuer die geheimnisvolle Szenerie vervollständigt – das war der eindrucksvolle Beginn der diesjährigen Theateraufführungen am Eggenfeldener Gymnasium.

Hexenjagd

Unter der Leitung von StR Simon Schiller wagten sich die insgesamt 20 Schülerinnen und Schüler aus der Q11, Q12 sowie der K13 des Karl-von-Closen-Gymnasiums an das literarisch ebenso bedeutsame wie tief greifende und zeitlose Drama „Hexenjagd" von Arthur Miller (original „The Crucible" aus dem Jahre 1953). In einer schulinternen Aufführung für die 9. und 10. Klassen (16. März) sowie in den unmittelbar darauf folgenden Abendvorstellungen (17. und 18. März) wurde die aufwändig inszenierte literarische Aufbereitung der berüchtigten Hexenprozesse von Salem/Massachusetts gegen  Ende des 17. Jahrhunderts  von den Mitschülern bzw. den zahlreichen Gästen mit jeweils lang anhaltendem Applaus gewürdigt.

Hexenjagd

Das dargebotene Schauspiel versetzte die Zuschauer zurück in das Jahr 1692 an den Schauplatz des Geschehens, die Gemeinde Salem. Nach einem okkulten Ritual im Wald tanzender Mädchen und der heidnischen Sklavin Tituba (Barbara Hirschberger), bei dem diese vom Geistlichen der puritanisch-bigotten Dorfgemeinschaft Samuel Parris (Kaspar Zeller) entdeckt worden sind, liegt dessen Tochter Betty (Julia Meidinger) ohnmächtig in ihrem Bett. Wegen fehlender Erklärungen kommt es schnell zum Gerücht der Hexerei und Teufelsbeschwörung. Jeder Schicksalsschlag wird auf die Einwirkung des Teufels geschoben und selbst der eigens angeforderte Hexenspezialist John Hale (Christoph Eichinger) ist schier ratlos.

Diesen aufkommenden Hexenwahn weiß die 17-jährige Abigail Williams (Ines Brechtken) geschickt für sich auszunutzen, indem sie viele der jungen Mädchen (u.a. Elena Seelentag als Mercy Lewis und Sophie Steger als Susanna Walcott) aus gekränktem Liebesstolz auf ihre Seite zieht und mit ihnen gemeinsam Elizabeth Proctor (Charlotte Horsch), die Ehefrau ihres Hexenjagdeinstigen Liebhabers John Proctor (Sebastian Treml), willkürlich der Hexerei bezichtigt. Eine gnadenlose Hexenjagd beginnt, in der jeder jeden beschuldigen kann und selbst die glaubenstreuesten Christen (Anita Hofbauer als Giles Corey, Sandra Majaura als dessen Frau Martha, Franziska Dorfner als Rebecca Nurse sowie Valerie Grubwinkler als Francis Nurse/Thomas Putnam) sich gegenseitig anklagen. Nur wer sich seiner Schuld bekennt und andere Mitglieder ins Verderben stürzt, kommt mit dem Leben davon. 

Dafür sorgt im zweiten Teil der Tragödie das eigens einberufene Gericht unter dem Vorsitzenden Richter Danforth (Franz Gruber), Richter Hathorne (Leon Gaube) sowie dem Gerichtsschreiber Ezekiel Cheever (Anna Spielbauer), welche allesamt selbst keine Sekunde am Wirken des Teufels bzw. der Hexen zweifeln. Es gilt: Wer nicht gehängt wird, muss in den Kerker, um dort sein Dasein bis zum Tode zu fristen, was letztlich auch die vor Gericht arg unter Bedrängnis geratene Dienstmagd aus dem Hause der Proctors (Marry Warren, dargestellt durch Barbara Stöberl) zum Bund mit Abigail führt. Das Stück endet tragisch in einer Gefägnisszene, in der nicht nur Tituba und die Bettlerin Sarah Good (Tina Heubelhuber) exemplarisch den zunehmenden Wahnsinn repräsentieren, sondern letztlich auch John und Elizabeth Proctor in einem emotionalen Moment mit ihrer Liebe ins Reine kommen. Dennoch wird daraufhin der Protagonist und Ehemann zum Tode verurteilt, da er nicht bereit ist, ein vermeintliches Geständnis abzulegen.

Hexenjagd„Vor allem die scharfen Wortgefechte der einzelnen Widersacher und dazwischen die leidenschaftlich-erregten Momente zwischen John, Elizabeth, Abigail und Marry Warren machten den Reiz des Stückes aus", so der Spiel- und Kursleiter Simon Schiller, der weiterhin ergänzend hinzufügt: „Die einzelnen Rollen waren schnell besetzt und die seit Juli 2010 laufende Vorbereitung sehr zeitintensiv und arbeitsaufwändig, da wir nicht nur das Stück in seiner wortgewaltigen und ausdrucksstarken Originalität darstellen, sondern auch die Abiturvorbereitung der meisten Darsteller im Auge behalten wollten."

Es war alles in allem kein leichtes Stück, dessen Gelingen in entscheidendem Ausmaß durch die enorme Einsatz- und Leistungsbereitschaft der gesamten Schauspieltruppe sowie das Mitwirken zahlreicher anderer Mitglieder der Schulfamilie zu Stande kam. Vom ungemeinen Teamwork des Karl-von-Closen-Gymnasiums zeugte insbesondere auch wieder das Gastspiel von StR Tobias Birchinger (in einer Rolle als weiterer Gerichtsschreiber), der als Sicherheitsbeauftragter auch den notwendigen Umgang der Darsteller mit Messern, Gewehr und Peitsche stets im Auge hatte.

„Das Stück bleibt hängen, es wirkt nach, und das ist neben der Unterhaltung unser Anspruch", verrät Simon Schiller, dem die stehenden Ovationen an beiden Aufführungstagen damit sicherlich Recht gegeben haben und der dadurch für seine unermüdliche Arbeit und die dieses Mal besonders geforderte Motivationskraft belohnt wurde.

Simon Schiller

Weitere Bilder von der Aufführung sehen Sie in unserem Fotoalbum

Zuletzt aktualisiert am Montag, 29. August 2011 00:10

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