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„Frauen verweigert euch“ – weibliche Abstinenz als Antikriegsstrategie

Kurs „Theater und Film" der Q11 und Q12 am Karl-von-Closen-Gymnasium inszeniert modernisierte Variante des griechischen Lustspielklassikers „Lysistrata" von Aristophanes

Eggenfelden:  „Make love, not war" – Dieses bekannte Motto aus der Hippie-Bewegung der 60er Jahre wurde zu Beginn der beiden diesjährigen Theateraufführungen am Eggenfeldener Gymnasium gleich des Öfteren bemüht, um die Zuschauer auf die Kernthematik des Stücks „Lysistrata – no war" einzustimmen und vorzubereiten. Es zog sich gleichsam wie ein roter Faden durch die dargebotene Komödie, deren literarische Grundlage nun schon mehr als 2400 Jahre alt ist.

Die verführerischen Spartanerinnen auf dem Weg zur Akropolis

Unter der Leitung von StR Simon Schiller war für die insgesamt beinahe 40 Schüler(innen) der Q11 und Q12 des Kurses „Theater und Film" zu Beginn des Schuljahres 2012/2013 bereits relativ früh klar, dass es dieses Mal auch angesichts der deutlichen Überzahl weiblicher Rollenträgerinnen zur Inszenierung des bekannten Lustspiels „Lysistrata" von Aristophanes kommen sollte. Angesichts der zeitlosen Themen wie Krieg, Macht und Frieden oder aber der Kampf Männer gegen Frauen entschied man sich letztlich für die eigenständige Bearbeitung und Ergänzung einer aus der Feder von Thomas Gehrke stammenden Version mit dem Titel „Lysistrata – no war", die dem antiken Stoff eine deutliche moderne Note verpasst und in der sich der Klassiker von Aristophanes zeitweilig einer modernen Medienlandschaft ausgesetzt sieht.

General Muskuloss im lautstarken Wortgefecht mit Lysistrata, Kalonike und Myrhinne

Das dargebotene Schauspiel versetzte die Zuschauer somit nur teilweise zurück in die Verhältnisse des Jahres 411 v. Chr., als sich Athen nach zwei Jahrzehnten des Krieges gegen Sparta in katastrophaler Lage befand. Dabei kommt die pazifistische Titelheldin und Protagonistin Lysistrata (= gr. „Heeresauflöserin") (Sandra Ludwig) auf eine genial einfache Idee, wie der Teufelskreis der Kriege gestoppt werden könnte: Frauensolidarität – über die verfeindeten Lager der Athener und Spartaner hinweg – soll helfen. Es wäre doch gelacht, wenn die Männer mit einem Sex-Streik nicht zur Vernunft gebracht werden könnten! Zusammen mit ihren athenischen Freundinnen Kalonike (Laura von Deym), Glauke (Johanna Fink), Myrrhine (Verena Müller) und Diane (Viola Richter) sucht sie den Kontakt zu den spartanischen Geschlechtsgenossinnen (Julia Rauschegger und Nadine Setzer), die sich unter ihrer Anführerin Lampito (Annalena Fuest) für den großen Friedensplan begeistern lassen! Die Frauen schwören auf der bereits besetzten Akropolis fortan die Männer mit Liebesentzug zur Räson zu bringen. Die Devise lautet: Erst wenn sie den Krieg beenden, erhalten die Ehemänner wieder Zutritt zu den heimischen Schlafzimmern ...

Der Kampf der Geschlechter bei „Zeus am Mittag“

Dass dies nicht so leicht ist, wie gedacht, dafür sorgen zum einen die mitunter trickreich lockenden Athener und Spartaner Männer, allen voran Kinesias (Leonhard Bauer), der seiner Sehnsucht unter anderem durch ein mittelalterliches Liebeslied für seine streikende Gattin Myrrhine Ausdruck verleiht bzw. seinen vermeintlich verwahrlosten Sohn (Johnny Mehlstäubl) vorschiebt. Zum anderen ist es Muskoloss (Nico Kaufmann), welcher von verschiedenen Soldaten (u.a. David Kühnel und Marius Dorfner) zum lautstarken und wortgewaltigen Vorstand der „MINI" (= Männer-in-Not-Initiative) bestimmt worden ist und dabei nicht nur seiner Frau Kalonike wieder zeigen will, wer der Herr im Haus bzw. auf der Burg ist. Schließlich ist es aber auch die eigene Lust der Frauen, die mehr und mehr mannstolle Verhaltensweisen an den Tag legen, welche den Friedensplan von Lysistrata mitunter ins Wanken geraten lassen.

Kinesias präsentiert ein mittelalterliches Liebeslied

Nach einigen Verwicklungen und Rückschritten führt der Liebesentzug tatsächlich zum Erfolg. In der witzig aktualisierten Fassung der uralten Komödie schlachten die Medien zwischendurch dieses Thema kräftig aus und so mischen zum Beispiel ein Pressesprecher und Reporter (jeweils Moritz Fink), drei weitere Reporter vom Spiegel (Konstantin Berger), Zürcher Standard (Alexander Dorner) und der Washington Post (Nadine Setzer) sowie ein Talkmaster (Victor Gabriel), in dessen  Show „Zeus am Mittag" es letztlich zum Friedensschluss kommt, kräftig mit im antiken Stoff des Theaterstücks.

Nicht fehlen durfte natürlich auch eine an die Hippie-Bewegung erinnernde griechische Streik-Aktivistin (Luzie Dallinger), welche den Leitspruch des Stücks „Make love, not war" in einer gekonnt blumigen Sprache nochmals eindringlich versinnbildlichte.

Bei allem (Wort-)Witz, welchen die Theater-AG des Gymnasiums dem Stück noch zusätzlich aufgedrückt hat, sollte doch auch im Wechsel von Ernst und Komik die Absurdität und Lächerlichkeit des Krieges aufgezeigt und einmal mehr darauf hingewiesen werden, dass der Frieden unerlässlich ist.

„Die einzelnen Rollen waren relativ schnell besetzt, jedoch gerade die dramentechnische Umsetzung, insbesondere die Bühnengestaltung war dieses Mal sehr zeitintensiv und arbeitsaufwändig, zumal wir dabei nicht nur unterschiedlichen Schauplätzen mit einem ‚Rundum-Bühnenerlebnis' gerecht werden, sondern im flotten Wechsel auch die Schnelllebigkeit in unserem modernen Medienzeitalter zum Ausdruck bringen wollten", so der Kurs- und Spielleiter Simon Schiller.

Es war alles in allem neben einer enormen Einsatz- und Leistungsbereitschaft gerade die Leichtigkeit des Spielens und die stets zu spürende Spielfreude der Jungschauspieler(innen), welche entscheidend zum Gelingen der beiden Theateraufführungen beigetragen haben. OStD Markus Enghofer betonte in seinen abschließenden Worten des Danks dabei einerseits, dass auch in der Oberstufe des reformierten Gymnasiums diese schauspielerische Leistung möglich ist und angesichts des bevorstehenden Abiturs besondere Anerkennung verdient. Andererseits aber auch das Mitwirken zahlreicher anderer Mitglieder der Schulfamilie von der Bühnen- und Lichttechnik (Julia Mauerer und Theresa Wimmer unter der Leitung von StD Fritz Schneider) über das Team der Sekretärinnen, Hausmeister Klaus Frank, dem Kostümverleih Johann Vogl, insbesondere auch dem Team des Garten-und Landschaftsbaus Philipp Stöger für die gesamte Aufbereitung und Ausstattung der Bühnenbilder bis hin zum gewohnten Gastspiel von StR Tobias Birchinger (in zwei „tragenden" Rollen), was alles zusammen zu einer Team-Leistung führte, die das Publikum an beiden Abenden deutlich spürte und mit lang anhaltendem Applaus jeweils gebührend würdigte.

Hier finden Sie die ausführliche Einladung zur Aufführung des Kurses "Theater und Film" mit Inhaltsangabe und Gedanken zur Theateraufführung als pdf-Datei.

Zuletzt aktualisiert am Donnerstag, 25. April 2013 15:26

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Tel.: (08721) 126200
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