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Abiturrede des Schulleiters

Auszug aus der Rede des Schulleiters zur Verabschiedung der Abiturientinnen und Abiturienten des achtjährigen Gymnasiums

 

Liebe Abiturientinnen und Abiturienten,Markus Enghofer

Abitur geschafft – was nun?

Wenn man endlich das Zeugnis der allgemeinen Hoch-schulreife in den Händen hält und damit eine wichtige Hürde auf dem persönlichen Bildungsweg erfolgreich überklommen hat, kommt die nächste Herausforderung: welcher der vielen sich auftuenden neuen Wege ist nun der richtige, führt mich zu einem Beruf, der meinen Vorstellungen, Wünschen, Fähigkeiten und Interessen am ehesten entspricht?

Und auf welche Zukunft steuern wir zu?

Begann das Jahr 2011 noch voller Optimismus, die Erschütterungen der Finanzkrise überstanden zu haben, so haben die dramatischen politischen Veränderungen in den arabischen Ländern und vor allem die Naturkatastrophe in Japan uns einmal mehr deutlich vor Augen geführt, wie verwundbar und gefährdet der Wohlstand und das Leben in Frieden und Freiheit, das wir heute genießen, tatsächlich ist.

Im Jahr 2011 stehen zwei Jahrestage an, die diesen Konfliktbereich deutlich aufzeigen. So konnten wir im April den 50. Jahrestag des ersten bemannten Raumflugs von Juri Gagarin feiern, der exemplarisch den Aufbruch der Menschen in neue Welten symbolisiert und ein rasantes technologisches Wettrennen einläutete.

Aber auch eines anderen Jahrestages gilt es 2011 zu gedenken: der Reaktorunfall von Tschernobyl jährt sich zum 25. Mal, eine Katastrophe, die uns die zerstörerische Kraft und Unberechenbarkeit des technologischen Fortschritts warnend vor Augen führte und mit dem neuen Begriff „Restrisiko" zu beschreiben versuchte.

Die Krisen und Katastrophen, die das 21. Jahrhundert bisher begleitet haben, und die sich daraus entwickelnde Suche nach Ursachen und Gründen scheinen eine Rückbesinnung auf die Bedeutung ethisch-moralischer Maßstäbe für wirtschaftliches und politisches Handeln bewirkt zu haben.

Als der Journalist Josef Kirschner im Jahre 1975 mit seinem Ratgeber „Die Kunst, ein Egoist zu sein" einen erfolgreichen Bestseller schrieb, ahnte er nicht, dass ihn 35 Jahre später die gesellschaftliche Wirklichkeit überholt haben würde. Kirchner forderte in seinem Buch, dass die Menschen auf dem Weg zur Selbstverwirklichung statt nach Liebe, Lob und Anerkennung zu streben, sich ohne allzu viel Rücksicht durchsetzten müssten.

Im Deutschland des Jahres 2011 ist die Idee der Selbstverwirklichung kein ferner Traum mehr, sondern vielmehr zur täglichen Sorge geworden, das Wort Egoismus hat seinen Zauber verloren. Die von Kirchner als Schwächen ausgewiesenen Verhaltensweisen wie Rücksicht, Bescheidenheit, Verantwortung, Hilfsbereitschaft werden schmerzlich vermisst.

Als „egoistisch" gebrandmarkte Banker gelten heute als die Urheber der jüngsten Finanzkrise. Zunehmend mehr Wirtschaftswissenschaftler und Politiker zweifeln an den Segnungen eines Wirtschaftsystems, das auf den Prinzipien des Egoismus und des Eigennutzes beruht. Unternehmensberater und Consultants unterrichten Manager in kooperativem Verhalten.

An den Universitäten werden verstärkt Kurse in Wirtschaftsethik angeboten. Von großen Firmen wird berichtet, dass sie eigene Nachhaltigkeitsabteilungen einrichten unter dem Begriff „Corporate Social Responsibility", um die soziale, ökonomische und ökologische Verantwortung des Unter-nehmens stärker zu berücksichtigen.

So überrascht es auch nicht, dass im Jahre 2011 seit Wochen ein Buch auf der Topsellerliste steht mit dem bezeichnenden Titel: „Die Kunst, kein Egoist zu sein". Der zeitgenössische Philosoph und Publizist Richard David Precht geht als Reaktion auf den in den unzähligen Talkshows und Festreden beklagten Verlust der Werte und dem damit verbundenen, meist diffusen Ruf nach einer neuen Moral in seinem Buch der Frage nach, „Warum wir gerne gut sein wollen und was uns davon abhält".

Zuletzt aktualisiert am Montag, 29. August 2011 00:12

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